Kunst ganz nah

Das Haus Coburg bekommt eine Zweigstelle. Am Sonnabend, 17. September, eröffnet eine Artothek in der Langen Straße 47. Mit dabei sind Adrian Mudder und Jasmin Richter, die dazu einladen, über Kunst zu reden und Kunst zu machen.

Eine Artothek, in der man Kunstwerke ausleihen kann, wie Bücher in einer Bibliothek, das ist das Ziel für die neue Zweigstelle mitten in der Fußgängerzone. Bis dahin sind noch einige Arbeitsschritte nötig. Aber auch diesen Prozess will die Galerie nicht hinter verschlossenen Türen umsetzen, sondern in ein Veranstaltungsprogramm einbinden. „Die Artothek ist für uns ein Raum, in dem wir mit unserer Sammlung arbeiten und Interessierte hinter die Kulissen schauen lassen.“ erklärt die Galerieleiterin Dr. Matilda Felix. Denn der Raum in der Langen Straße bietet die nötige Bewegungsfreiheit, um die städtische Kunstsammlung zu sichten und zu digitalisieren.

Als ein zugänglicher Stützpunkt der Kunstvermittlung ist die Artothek ebenfalls konzipiert. An den Markttagen, mittwochs und samstags von 11 bis 17 Uhr geöffnet, werden hier Workshops für Kinder und Jugendliche angeboten, es finden Kunstgespräche mit Künstlerinnen und Künstlern statt und es werden Restaurierungs-Projekte vorgestellt. Jeden Mittwoch lädt die Artothek zur Mittagspause ein, bei der ein Werk aus der Sammlung im Mittelpunkt steht aber auch eine leichte Mahlzeit im Angebot ist.

Und schließlich wird man ab Dezember Kunstwerke in der Artothek ausleihen können. Gegen eine geringe Jahresgebühr können originale Werke mit nach Hause genommen werden. Das Angebot richtet sich an Menschen, die sich privat mit Kunst umgeben möchten. Auch Firmen, Praxen oder Kanzleien, die ihre Arbeitsumgebung und Besprechungsräume stilvoll aufwerten möchten, gehören zum Kundenstamm von Artotheken. Für Schulen und Träger der Erwachsenenbildung bietet sich die Möglichkeit, originale Kunstwerke in den Unterricht einzubauen und ihn dadurch abwechslungsreicher zu gestalten. Bereits im aktuellen Schuljahr sind drei Kooperationen angelaufen. In der Grundschule am Grünen Kamp steht eine AG Färbergarten im Nachmittagsprogramm. Am Willms-Gymnasium ist eine AG zur Trickfilm-Technik geplant und am Max-Planck-Gymnasium begleitet die Galerie das Seminarfach Kunst, das im kommenden Schuljahr eine Ausstellung realisieren wird. Um dieses Angebot auszubauen und zu koordinieren gibt es in der Galerie personelle Unterstützung. Ab Mitte September wird Dr. Lena Reichelt das Team ergänzen und von der Artothek aus die Vermittlungsprogramme der Galerie planen und koordinieren.

Die Artothek wird im Rahmen des Sofortprogramms „Perspektive Innenstadt“ eingerichtet. Dieses vom Land Niedersachsen ausgerufene Programm soll dazu beitragen, die Folgen der Corona-Lockdowns zu kompensieren und die Innenstädte zu beleben. Einen kulturellen Beitrag dazu leistet die Artothek, die am kommenden Sonnabend zum ersten Mal ihre Türen öffnet. Adrian Mudder ist zum Kunstgespräch geladen und wird ein Werk mitbringen, das er für den Leihbetrieb stiftet. Kinder und Jugendliche können mit der Künstlerin Jasmin Richter verschiedene Techniken in der mobilen Druckwerkstatt ausprobieren und auch für einen Snack ist gesorgt.

Artothek | Lange Straße 47