Tanz in der Krise

Performance: Release the Hounds von Adam Russell-Jones

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Die Soloperformance Release the Hounds (dt.: Lasst die Hunde frei) von Adam Russell-Jones zeigt einen getriebenen Tänzer, der nicht aufhören kann, sich zu bewegen. Konzipiert als Ballade über einen Tänzer aus der Arbeiterklasse, handelt das Stück von der Bedeutung des Tanzes inmitten der Krise. Inspiriert ist die Arbeit von den Tanzmarathons, die besonders zur Zeit der Großen Depression ab 1929 in den USA populär waren. Bei den spek­takel­­artigen Veranstaltungen tanzten Teilnehmende im Wettstreit um die längste Ausdauer und getrieben von der Hoffnung auf Preisgeld teilweise tage- oder wochenlang bis zum körperlichen Zusammenbruch. Diese Inspiration verbindet Adam Russell-Jones mit einer Auseinandersetzung mit den tief­greifenden sozialen Spannungen während der Thatcher-Ära in Großbritannien und verschiedenen Facetten der Rave-Kultur. Geleitet ist die Arbeit nicht zuletzt auch von einem Blick auf die Krisen der Gegenwart. Unaufhörlich kreist der Tänzer im Raum. Was bedeutet es – ob aus Vergnügen oder aus Zwang – die letzte Person auf der Tanz­fläche zu sein? Dieser Erfahrung spürt die Performance nach und offenbart, dass Tanz sowohl Realitätsflucht als auch Widerstand sein kann.

Release the Hounds
feierte im Januar 2025 im Rahmen der Tanztage Berlin in den Sophiensælen Premiere und wurde seither u.a. im Van Abbemuseum in Eindhoven, beim ImPulsTanz – Internationales Tanzfestival in Wien sowie im Southbank Centre in London präsentiert.

Adam Russell-Jones ist ein in Großbritannien geborener Tanz­künstler, der aktuell in Berlin lebt. Er begann seine professionelle Ballettausbildung an der Elmhurst School for Dance in Birmingham, die er nach einem Wechseln an die Royal Ballet School in London abschloss. Nach der Ausbildung trat Russell-Jones dem Stuttgarter Ballett bei, wo er für seine Rolle in Spectre de la Rose von Marco Goecke vom Deutschen Bühnenverein für den Faust-Preis in der Kategorie „Beste Darstellerleistung“ nominiert wurde. Weitere Engangements führten den Tänzer zum Nederlands Dans Theater und später zum Staatsballett Hannover. Seit 2022 arbeitet er als freischaffender Künstler in Berlin.

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