Stippvisite

Ringel und Renée

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Den Berlinale-Bären kennt jede:r! Auch die Bären an den Autobahnen von und nach Berlin. Aber wer weiß schon, dass sie von einer Frau geschaffen wurden. Der Name der Künstlerin: Renée Sintenis. Als Berlin zwischen 1919 und 1932 zur Weltstadt wurde, feierte sie ihre größten Erfolge.

An den Schnittstellen von Freiheit und Moderne wusste sich die über 1,80 Meter große Bildhauerin zu inszenieren. Sie trug maßgeschneiderte Herrenanzüge, posierte im amerikanischen Studebaker oder auf ihrem Wallach Horaz, lebte rastlos rasant. Sie pflegte Kontakt zu Barlach, Benn, Gide, Rilke, Asta Nielsen und vielen mehr. Jahrelang unterstützte sie den ständig klammen Joachim Ringelnatz und verschaffte ihm als Maler den Durchbruch. Mit dem Machtantritt der Nazis vollzog sich jedoch ein Bruch in ihrem Leben, denn Renée Sintenis hatte eine jüdische Großmutter und musste 1942 nach dem Tod ihres Mannes mit der Deportation rechnen.

Das Leben dieser Künstlerin zeichnet Silke Kettelhake in ihrer Biographie „Renée Sintenis. Berlin, Boheme und Ringelnatz“ nach. Zu ihrem 135. Geburtstag (20.03.2023) präsentiert die Autorin im Rahmen der aktuellen Ausstellung eine bebilderte Lesung zu Renée Sintenis, die in Berlin den Weg für Bildhauerinnen wie Marianne Mangels und Louise Stomps ebnete.

Silke Kettelhake (*1967 Hameln) ist Autorin für Tageszeitungen und Magazine, u.a. taz, Tagesspiegel, Filmdienst, Jungle World, Freitag, Raufeld Medien, de:bug, Quantara/Deutsche Welle, fluter, kinofenster.de, Goethe-Institut, Stiftung Menschenbild, Schweiz, onlab.ch, ifa, Institut für Auslandsbeziehungen. Daneben erschienen vier Buchveröffentlichungen in den Verlagen Droemer und Osburg. Ihre 2010 publizierte Biografie über Renée Sintenis erscheint am 15. März 2023 in neuer, gekürzter Auflage im Verlag ebersbach & simon.

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