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„Darüber hinaus …“ Ausstellungshäuser in städtischer Trägerschaft

Stadtgalerie Kiel, Kunstmuseum Magdeburg, Städtische Galerie Wolfsburg, Städtische Galerie Delmenhorst

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Seit den 1970er Jahren kam es in zahlreichen deutschen Städten zur Gründung von Ausstellungshäusern, in denen die städtischen Sammlungen aufbewahrt und Zugänge zur zeitgenössischen Kunst ermöglicht wurden. Das Ziel war, kulturelle Bildung nicht nur als Angebot der Metropolen zu verstehen. Vielmehr wurde die Teilhabe an Gegenwartskunst und lokale Debatten als Voraus­setzung für Demokratiekompetenz betrachtet. In den 2020er Jahren feiern viele städtische Ausstellungshäuser ihr 50-jähriges Jubiläum. Ein Anlass, um ihre spezifischen Arbeitsbedingungen in den Blick zu nehmen. In der Ausstellung „Darüber hinaus…“ sind städtische Museen aus Kiel, Magdeburg und Wolfsburg zu Gast im Haus Coburg. Gemeinsam zeigen sie Ausschnitte ihrer Arbeit und ihrer Sammlungen.

Das Kunstmuseum Magdeburg feierte 2025 sein 50-jähriges Bestehen: Ein halbes Jahrhundert künstlerische Auseinander­setzung, gesellschaftliche Reflexion und kultureller Wandel. Es verfügt über die bedeutendste Sammlung nationaler und inter­nationaler Kunst der Gegenwart in Sachsen-Anhalt. Neben den gezeigten Werken ist auch der Ort einzigartig: Das Kloster Unser Lieben Frauen – Magdeburgs ältester erhaltener Gebäude­­­komplex. Romanischer Bau trifft auf zeitgenössische Malerei, Skulptur, Installation, Fotografie und Filmwerke.

1988 nahm die Stadtgalerie Kiel ihre Ausstellungstätigkeit in eigens dafür konzipierten Räumen in der damals neueröffneten Einkaufspassage Sophienhof der Kieler Innenstadt auf. Zwölf Jahre später folgte der Umzug in die ca. 1.600 qm Meter große Sortierhalle der ehemaligen Hauptpost. Die Stadtgalerie Kiel ist ein zertifiziertes Museum und verfolgt das Ziel, zeitgenössische Kunst der Region eng mit internationaler Kunst zu verschränken. Ihre Kunstsammlung reicht von den „Kieler Nachkriegsexpres­sionisten“ bis hin zur Kunst des 21. Jahrhunderts.

Seit 1974 trägt die Städtische Galerie Wolfsburg zur intellek­tuellen und kulturellen Identität der Stadt Wolfsburg bei. Sie begreift sich als ein lebendiges Museum, als ein Ort der Reflexion und der aktiven Teilnahme an kulturellen Debatten. Die Erhaltung und die Erweiterung der Sammlung zeitgenössischer Kunst und der Bildungsauftrag sind weitere Eckpfeiler ihrer Arbeit.

Die erste Ausstellung der Städtischen Galerie Delmenhorst eröffnete 1975 mit dem Titel „Profitopolis oder Der Mensch braucht eine andere Stadt.“ Es ging um die wachsende Kommer­­zialisierung von urbanem Raum. Ein Startpunkt, der deutlich machte, dass es hier um Kulturgenuss und um gesell­schaftliche Diskussionen gehen sollte. Heute ist das Haus Coburg das einzige Museum in Delmenhorst, das Kunst zeigt, diskutiert, sammelt und ausleiht. Denn seit 2022 existiert mit der Artothek im Zentrum der Stadt eine Dependance, in der Werke aus der städtischen Sammlung entliehen werden können.

Mit der Stadtgalerie Kiel, dem Kunstmuseum Magdeburg, der Städtischen Galerie Wolfsburg und dem Haus Coburg präsen­tieren Ausstellungshäuser aus drei Bundesländern die Bandbreite ihrer Arbeit. Deutlich wird, dass sie sowohl Verantwor­tung für das visuelle Gedächtnis einer Stadt tragen, als auch einen Ort für die Debatten der Gegenwart bereitstellen. Um diesen Austausch sichtbar zu machen, wird das pädagogische Programm selbst zum Teil der Ausstellung. Es richtet sich an Menschen, die nicht in der Kulturlandschaft der Bundesrepublik aufgewachsen sind oder sich nicht selbstverständlich darin bewegen. Menschen, die erst seit einigen Jahren in Deutschland leben, junge Erwachsene oder Akteure der Kommunalpolitik sind gleichermaßen eingeladen, die Ausstellungsräume als Ort der Begegnung und der Kommuni­kation kennenzulernen.

Das Outreach Programm wird unterstützt vom Integrationslotsen­team Delmenhorst und vom Institut für Kunst und visuelle Kultur der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg.

Die Ausstellung wird gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die GLS Treuhand.